Dass ich ein Auto hatte ist Jahre her. Damals hatte ich auch noch ein tolles Rad und ein 24/7-NRW-Studiticket… es war eine sehr mobile Zeit. Doch meine Mobilität ging mir stückchenweise abhanden. Es fing damit an, dass mir das Fahrrad aus der Garage des Wohnheims geklaut wurde und ich mit erschrecken feststellen musste, dass ich nicht versichert war. Einige Zeit später folgte eine größere Reparatur an meinem Wagen den ich aus Kostengründen dann an eine Freundin verkaufte. Letztenendes blieb mir nur das Studententicket übrig und ein klappriges Rad, was ich im nachhinein irgendwo gebraucht erstanden hatte. Dies erwies sich aber nicht als sehr gebrauchsfähig und musste irgendwann auf den Müll. Mitten in Bonn wohnend, reichte das Studiticket aus und nach meinem Diplom und anschließendem Umzug nach Kessenich konnte ich quasi ohne Ticket klarkommen.
Doch mittlerweile war die Unmobilität stark spürbar. Ohne Rad konnte man sich kaum bewegen, war immer auf die Bahn angewiesen, wenn man mal schnell wohin wollte und bedeutete ohne ein Dauerticket permanentes Management der Mehrfahrtenkarten begleitet vom ständigen Frust nicht kontrolliert zu werden (”Wieso bezahle ich eigentlich wenn mich nie einer kontrolliert?” – Immerhin bin ich dann doch einige male kontrolliert worden). Im Grunde beschränkte man sich auf die nötigsten Fahrten und war zeitlich und räumlich sehr unflexibel.
Dieser Zustand konnte nicht anhalten und so habe ich als erste Maßnahme wieder ein Jobticket (24/7-NRW-Ticket) beantragt. Für 40 Euro im Monat kann man sich das schon leisten. Wobei sich dabei die Frage stellt, ob man denn für 40 Euro fährt, wenn man es sich genau ausrechnet vielleicht nicht, aber man fährt ohne Nachzudenken und muss sich nicht mit Bargeld und den Fahrkarten herumschlagen. Diesen Vorteil wollte ich mir, mich an die angenehmen Zeiten des Studitickets erinnernd, wiederherstellen.
Doch wie es so kam, eine Woche nach der Beantragung und einer nichtmöglichen Umkehrung einer 12-Monatsbindung fand ich auf der Firmenpinnwand eine Anzeige für einen schnuckeligen Daihatsu Cuore. Er war so günstig, dass ich mir nicht verkneifen konnte den Verkäufer anzurufen. Nach ein wenig Recherche stellte er sich auch als ziemlich günstig im Unterhalt heraus und als ideale Möglichkeit Prozente herunterzufahren. Leider fange ich bei 140% an, da ich noch keine eigene Versicherung hatte, immerhin fallen die Prozente nach 2 Jahren bereits auf 85% und somit kommt zur Not auch ein neuerer Wagen mit Vollkasko in Frage. Effektiv kostete mich der Wagen nun 55 Euro im Monat und so war er schnell gekauft.
Beinahe am selben Tag entdeckte ich die Anzeige eines neuen Gebrauchtfahrradhändlers (Klingeling) in Bonn, den ich mir unbedingt mal näher ansehen wollte. Eine kurze Bahnfahrt später stand ich im Laden und entdeckte direkt das perfekte Rad für mich. Eine Probefahrt (und darauffolgend einige kleine Nachbesserungen seitens des Händlers) später war es meins. (Tipp: Den Laden kann ich übrigens empfehlen, wenn man sein Altrad gewinnbringend loswerden will).
Eine Mail an meinen ehemaligen Mitbewohner gab Gewissheit darüber, dass mein alter 50er-Roller noch an meiner ehemaligen WG stand. Das Frühjahr ist natürlich eine ideale Gelegenheit so ein Gefährt nocheinmal zu reaktivieren. Daher werde ich in nächster Zeit den Roller zur Werkstatt bringen und wieder fitmachen lassen.
Dies bedeutet einen Mobilitätsgewinn von 0 auf 4 mögliche Fahrmöglichkeiten in nur 3 Wochen… nicht schlecht, wenn man sich einmal aufrafft geht doch so einiges. Jedoch will ich den Roller nicht für mich, den bekommt meine Freundin, damit sie sich auch etwas bequemer durch Bonn bewegen kann
Immerhin habe ich so den Status quo meiner guten alten Studentenzeit wieder erreicht und das für 95 Euro pro Monat. Das ist nicht billig aber es ist mir die Sache wert, alleine die Zeitersparnis ist dabei fast unbezahlbar. Auf in eine mobile Zeit!
Nachfolgend noch ein paar Fotos meines schnuckeligen kleines Gefährts: