Der Titel und die vielen Awards, die dieses Spiel gewonnen hatte, versprachen doch einiges, wo ich es mir für 10 Euro in der Sofwarepyramide gekauft hatte. Ein Spiel produziert wie ein Film? Ungewöhnlich für ein Adventure und so nahm ich mir gestern Zeit, dieses Spiel bis zum Ende durchzuspielen und ich muss sagen: Ich bin begeistert!
Man schlüpft in die Rolle von Lucas Kane, ein Mann mit einem Allerweltsgesicht (Insider!), der zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort ist und muss mitansehen, wie dieser ohne sein Zutun einen Mord begeht. Zu Anfang, als man wieder zu sich kommt, heißt es Spuren verwischen und sich in Sicherheit zu bringen und dann herauszufinden, was da gerade passiert ist und wie man da wieder herauskommt. Parallel dazu spielt man die beiden Polizisten Carla und Tyler, die den Mord untersuchen und dabei Lucas immer knapp auf den Fersen sind. Die Geschichte entwickelt sich von Szene zu Szene und enthält einen interessanten Spannungsbogen, der bis zum Schluß anhält und immer wieder kleine Details des großen Ganzen enthüllt. Ich möchte hier jedoch nicht zu viel erzählen, da die Story den Hauptaspekt des Spiels darstellt (was ja sonst selten der Fall ist) und diese sollte von jedem selber genossen werden.
Die Steuerung ist recht simpel und folgt wohl einer Konsolenumsetzung. So gibt es normale Szenen in denen man sich frei bewegen und mit Personen reden oder Dinge ausprobieren kann. Dabei wird versucht die Bewegungen der Charaktere mit der Maus nachzuvollziehen. Wenn man in einen Bereich kommt, wo eine Aktion ausgeführt, z.b. ein Telefonhörer abgenommen werden kann, erscheint am oberen Bildschirmrand ein Symbol, was die auszuführende Mausbewegung signalisiert. In diesem Fall: Maustaste drücken und die Maus nach oben bewegen, um dabei die Handbewegung zu immitieren. Ein interessantes Konzept.
Ähnlich verhält es sich bei den sehr vielen Actionsequenzen. Dabei gibt es 2 Arten von Sequenzen, die einen, die einem kleine Hinweise geben und die Story enthüllen und es nicht schlimm ist, wenn man diese vergeigt und welche, wo es auf Lucas überleben ankommt. Diese sollten tunlichst erfolgreich und mit vielen “Leben” abgeschlossen werden. Es werden 2 Steuerkreuze eingeblendet und es leuchten die Richtungen auf, die man in der angegebenen Reihenfolge drücken muss, um die Aktion erfolgreich zu absolvieren. Die Richtungen entsprechen auch hier wieder grob den Bewegungen des Characters. Die Actionszenen sind allesamt sensationell umgesetzt, jedoch ist man so konzentriert auf das Drücken der richtigen Kombinationen, dass man die Szenen nicht immer so ganz genießen kann, bzw. Teile nicht wirklich mitbekommt.
Alles in allem ein sehr gelungenes Spiel, was neben den Actionszenen und den Storyelementen auch einige lustige Nebenschauplätze enthält, wie z.b. das Basketballspiel von Tyler gegen einen Kollegen um seine “Schulden” auf angenehme Art zu tilgen, oder das kleine Kampfsportevent in der Turnhalle. Gegen Ende spitzt sich die Szenerie jedoch zu, die Stimmung wird immer bedrohlicher und man erkennt in der Inszenierungen kleine Anleihen von Matrix. Gut gemacht ist auch die Möglichkeit innerhalb des Spiels wirkliche Entscheidungen zu treffen, die sich auf die Story auswirken, vorallem gegen Ende ist dies Möglich, am Anfang wären wohl zu viele Storypfade zu implementieren gewesen. Die Charakteranimationen sind komplett per MotionCapturing aufgenommen und so wirken die Bewegungen absolut realistisch. Ein weiteres Gimmick ist die Stimmung der Charaktere, die sich nach gewissen Ereignissen verändert und nicht zu weit abrutschen sollte, da man sich sonst am Ende des Spiels sieht. Es gibt jedoch immer die Möglichkeit durch kleinere Aktionen nebenher, wie z.b. mal nen Schluck Milch zu trinken oder die Pizza zu essen, die da gerade herumliegt, seine Stimmung wieder zu heben.
Abschließend kann ich jedem das Spiel wärmstens ans Herz legen, auch nicht so ambitionierten Spielern, da es wirklich kinderleicht zu bedienen ist. Also wenn ihr mal an der Softwarepyramide vorbeikommt, 10 Euro sind nicht viel
Anbei noch ein paar Screenshots. Quelle: Atari – Offizielle Homepage – Fahrenheit






