Es war vollbracht… ich hatte mich durchgerungen mir einen neuen PC zu kaufen und den ersten spontanen Kaufrausch überwunden und mich entschieden vorher ordentlich zu planen. Eine großzügige Steuerrückzahlung gab mir einen gewissen finanziellen Spielraum. So hieß es, lesen, lesen, Foren wälzen, Herstellerseiten abklappern.
Als erstes musste ich in Erfahrung bringen, welche Technologien grade so am Markt waren und welche ich davon brauche und welche nicht, was sich lohnt, wieviel der ganze Spaß kostet. Als finanziellen Rahmen hatte ich zunächst 1500 Euro eingeplant.
Um Zukunftsfähig zu sein, wollte ich mir einen QuadCore-Prozessor holen. Einigen Leistungstests entnahm ich, dass Intel um einiges schneller war als AMD, wenn auch ein wenig teuerer.
Beim Arbeitsspeicher hatte ich die Wahl zwischen DDR2- und DDR3-Speicher, wobei letzterer sehr teuer und relativ neu war. Der Unterschied besteht hierbei nur in der Datenrate, die die Speicher liefern können. Nach einigem Lesen kam heraus, dass der Arbeitsspeicher nur einen geringen Anteil an der Leistung eines PCs hat und somit DDR2-Speicher völlig ausreichend ist und die hohen Datenraten des DDR3-Speichers nur beim Übertakten des Frontside-Busses eine Rolle spielen. Übertakten hatte ich aber nicht vor. Ich entschied mich direkt die Möglichkeiten aktueller Mainboards auszureizen und 8 GB zu kaufen, denn ein späteres Nachrüsten von Speicher gibt immer wieder Probleme mit “Mischbestückungen”. Dies wollte ich vermeiden.
So legte mich auch bereits auf das Betriebsystem Windows Vista Ultimate 64Bit fest, da ich sonst die 8 GB gar nicht nutzen kann. Der Adressraum eines 32-Bit-Betriebsystems, wie z.b. Windows XP, erlaubt nur 3,5 GB anzusteuern.
Die Wahl der Festplatten und der optischen Laufwerke orientierte sich hauptsächlich an Marke und Preis.
Interessant wurde es dann wieder bei der Grafiklösung und dem Gehäuse sowie dem Netzteil. Dies muss auch gut abgestimmt sein. Ich wollte es mir offen lassen, welche Grafik ich einbaue und da gerade ein Generationswechsel der Grafikhardware anstand (Nvidia und ATI waren kurz davor neue Karten auf den Markt zu bringen) entschied ich mich, erstmal nur eine Billigkarte zu bestellen und die für den Übergang zu nutzen.
Beim Gehäuse sollte es eins sein, welches sich gut mit 120mm-Lüftern bestücken lies, da ich wußte, dass mein PC sicherlich einiges an Energie brauchen würde. Die Auswahl an Gehäusen ist sehr groß und es dauerte eine Zeit, bis ich das Richtige gefunden hatte, was auch zum Teil “Schicksal” ist, dazu aber mehr im nächsten Artikel.
Das Netzteil sollte auf jedenfall gut gewählt sein. Bei teuren Netzteilen kann man sich sicher sein, dass sie die angegebenen Spannungen und Leistungswerte auch liefern. Deswegen empfehlen Hersteller oft überdimensionierte Netzteile, da die Günstigen zu hohe Verlustleistungen haben und wenn 1000W draufsteht vielleicht in Wirklichkeit nur 600W liefern. Ich entschied mich jedenfalls für ein Markennetzteil mit starker 12V-Schiene, damit ich in Zukunft auch genug Saft für die Grafikhardware habe, falls ich mal aufrüsten möchte. Die Stärke der 12V-Schiene ist entscheidend für die Stabilität der Grafikkarte. 30A und aufwärts sollten es schon sein.
Das Mainboard ist eins der Hauptkomponenten und verbindet alle leistungstragenden Komponenten und sollte daher stabil laufen. Ein “solid capacitor design” sollte es sein. Darüber hinaus stellte sich die Frage, ob ich vielleicht mehrere Grafikkarten einbauen will und somit einen SLI- (Nvidia) oder CrossFire (ATI)-Chipsatz benötige. Dann die Frage, ob ich DDR2- oder DDR3-Speicher wollte und eben ob AMD oder Intel. Für all dies gibt es die wildesten Kombinationen in allen möglichen Ausstattungsvarianten. Somit lässt sich das Mainboard erst auswählen, wenn man sich für alles andere entschieden hat.
Somit entstand für mich folgende topologische Sortierung bei der Auswahl der Komponenten:
- Auswahl des Prozessors – in diesem Fall ein Intel QuadCore
- Auswahl des Speicher – in diesem Fall 8 GB DDR2
- Auswahl der Grafiklösung – ich wollte ATI haben mit der Möglichkeit für CrossFire-Betrieb
- Auswahl des Mainboards – ein Chipsatz der Punkt 1-3 unterstützt
- Auswahl des Netzteils – ein Markennetzteil sollte es sein
- Auswahl des Gehäuses – gut zu belüften und an die Auswahl von Punkt 1-5 angepasst
- Auswahl der restlichen Komponenten ist unabhängig davon
Ausgegend von dieser Topologie sollte es dann in der nächsten Runde an die Bestellung gehen, wobei ich Punkt 3 noch nicht erfüllen konnte und somit den kommenenden Bedarf nur grob abschätzen konnte.
Die Manifestation konkreter Komponenten ergab sich dann erst bei der Bestellung selbst. Jedenfalls hatte ich jetzt einen groben Überblick, was ich haben wollte.